Einladung zum Themendossier: Theologie und Bildung – Historische und Gegenwärtige Schnittstellen

2026-02-24

Zu Beginn der 2000er Jahre erhielt die in São Bento do Sul (SC) ansässige FLT die offizielle Anerkennung ihres Bachelorstudiengangs in Theologie durch die Verordnung des brasilianischen Bildungsministeriums (Portaria MEC Nr. 1.915 vom 22. August 2001). Dieser Schritt markierte den Übergang der Institution, die bis dahin vorwiegend ministerielle und konfessionelle Ausbildung anbot, in das nationale akademische System und gewährleistete die volle staatliche Anerkennung der verliehenen Abschlüsse. Zugleich stellte er einen Meilenstein für die theologische Bildung in Brasilien dar. Im Jahr 2014 festigte die institutionelle Reakkreditierung die Stellung der FLT als Hochschule im brasilianischen Hochschulsystem.

Dieser historische Prozess legitimierte nicht nur die Theologie als vom Staat anerkannte wissenschaftliche Disziplin, sondern bekräftigte auch die Bedeutung der lutherischen Tradition für die akademische und kulturelle Entwicklung des Landes. Die Akkreditierung bedeutete, dass Theologie nicht länger ausschließlich als innerkirchliche Disziplin wahrgenommen wurde, sondern ihren Platz im wissenschaftlichen und bildungspolitischen Diskurs einnahm.

Die Auswirkungen dieser Anerkennung sind zweifach: Einerseits stärkt sie die Glaubwürdigkeit der FLT und eröffnet ihren Absolventinnen und Absolventen neue Möglichkeiten in akademischen und gesellschaftlichen Berufsfeldern; andererseits symbolisiert sie die Integration von Glaube und theologischer Reflexion in den brasilianischen Hochschulkontext und zeigt, dass Theologie einen kritischen und ethischen Beitrag zur Gesellschaft leisten kann.

Anlässlich des 25-jährigen Jubiläums der Akkreditierung des Bachelorstudiengangs in Theologie im Jahr 2026 laden wir Forschende und Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ein, Beiträge für ein Themendossier einzureichen, das die Schnittstellen zwischen Theologie und Bildung untersucht, mit besonderem Augenmerk auf historische und gegenwärtige Fragestellungen im Zusammenhang mit Luthertum, Pietismus und deren Einfluss auf christliche Bildungseinrichtungen.

Luthertum und Pietismus haben über Jahrhunderte hinweg Theologie und Bildung maßgeblich geprägt, insbesondere in Kontexten wie dem Rede Sinodal de Ensino in Brasilien. Das Dossier zielt darauf ab, Beiträge zu versammeln, die diese Bewegungen in ihren historischen, theologischen und pädagogischen Dimensionen behandeln, darunter:

  • Der Einfluss Martin Luthers auf die Bildung
  • Halle und seine weltweiten bildungsgeschichtlichen Auswirkungen – zentrale Theoretiker
  • Pietismus und geistliche sowie pädagogische Bildung
  • Theologische Ausbildung im lutherischen Kontext
  • Die Rede Sinodal de Ensino: Geschichte, Herausforderungen und Perspektiven
  • Dialoge zwischen Theologie und Pädagogik
  • Theologische Ausbildung im lateinamerikanischen Kontext
  • Bildungspraktiken in konfessionellen Kontexten

Einreichungsfrist: 30. September 2026. Online-Einreichung: https://voxscripturae.com.br/index.php/revista/about/submissions. Angenommene Beiträge werden fortlaufend in Band 29 (2026) der Vox Scripturae – Internationale Theologische Zeitschrift veröffentlicht.

Wir freuen uns auf Ihre Beiträge.

Mit freundlichen Grüßen
Prof. Dr. Marilze Wischral Rodrigues
Prof. Dr. Brigitte Klemz Jung

Allgemeine Informationen

Zeitschrift: Vox Scripturae – Internationale Theologische Zeitschrift
Titel des Dossiers: Theologie und Bildung – Historische und Gegenwärtige Schnittstellen
Einreichungsfrist: 30. September 2026
Online-Einreichung: Hier klicken zur Einreichung
Veröffentlichung: Fortlaufende Veröffentlichung, Band 29 (2026)

Chefredakteur:
Prof. Dr. Alexander Stahlhoefer
Faculdade Luterana de Teologia. São Bento do Sul, SC.
ORCiD: https://orcid.org/0000-0002-3461-9472

Gastherausgeberinnen des Dossiers:
Prof. Dr. Marilze Wischral Rodrigues
Faculdade Luterana de Teologia. São Bento do Sul, SC.
ORCiD: https://orcid.org/0009-0005-9676-3364

Prof. Dr. Brigitte Klemz Jung
Universidade Regional de Blumenau (FURB).
ORCiD: https://orcid.org/0000-0003-1378-1160