Rechtfertigung aus Glauben - Wie Früh?
Ein chronologischer und exegetischer beitrag zum reformationsjubiläum
DOI:
https://doi.org/10.25188/FLT-VoxScript(eISSN2447-7443)vXXVI.n1.p131-162.RRSchlagwörter:
Rechtfertigung, Galater-Brief, Paulus, Petrus, Jakobus, ApostelkonzilAbstract
Der Galater-Brief wurde um 48 noch vor dem Apostelkonzil und bald nach dem Antiochenischen Zwischenfall geschrieben. Auch deshalb ist der Bericht des Paulus darüber als zuverlässig anzusehen. Wie öfter bei grundsätzlichen Konflikten argumentierte der Apostel nicht nur mit der eigenen theologischen Reflexion, sondern berief sich auf eine gemeinsame Grundlage in Form des traditionellen Basissatzes Galater 2.16a: „Wir wissen aber, dass kein Mensch aus Werken des Gesetzes gerechtfertigt wird, sondern durch den Glauben an Jesus Christus“. Eine Entstehung ist schon in der Jerusalemer Urgemeinde möglich, wo von Beginn an eine Abgrenzung vom essenischen Verständnis der Rechtfertigung notwendig war. Für die wesentlichen Elemente des Basissatzes konnte man sich auf die Jesus-Überlieferung berufen. Jesus selbst hatte sich als der messianische Gottesknecht gewusst, der nach Jesaja 53.11 „die Vielen rechtfertigt“. Schon vor Ostern war der Glaube, dass Gott Jesus in einzigartiger Weise bevollmächtigt hat, der Zugang zu Heilung und Heil. Die Ausbildung einer reflektierten Rechtfertigungslehre in der galatischen Krise war die große theologische Leistung des Paulus, aber er konnte dabei auf Traditionen aus der Jerusalemer Urgemeinde und die Jesus-Überlieferung zurückgreifen.
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